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Incredible India


Alle hatten mich gewarnt. Freunde, Kollegen, Kunden, einfach alle. Aber ich wollte ja nicht hören.
Also ab nach Indien. Kann schon nicht so wild sein, dachte ich. Nachdenklich machte mich eine 
Bemerkung einer Kundin welche mit nachdenklichem Gesicht meinte: "Wenn Sie nach Indien fahren, 
dann müssen sie Ihre Skrupel zu Hause lassen." Stimmt. Das muss man. Ansonsten hält man es wirklich nicht aus. 
Unfassbar unter welchen Lebensumständen Menschen leben können. 
Unbegreiflich, unter welchen Lebensbedingungen sie überleben können.


Natürlich ist alles bunt und exotisch, aber eben auch voller Fäkalien.
Und da wo Mensch und Tier ein Fleckchen frei lassen, sammeln sich garantiert Plastikabfälle in Massen.


Ich weiß, daß sich das für jemanden der noch nicht in Indien war, verächtlich anhören könnte, so ist es aber nicht gemeint. Tatsächlich war ich oftmals fassungslos.

Fassungslos darüber, wie unsere deutsche Gesellschaft sich dermaßen intensiv auf Nebensächlichkeiten
fokussieren kann und ein paar Tausend Kilometer weiter leben die Menschen in und von ihrem eigenen Unrat.

Sie leben nicht nur darin, sondern sie sterben auch daran.


Contrastes à Paris


Wenn Karl Lagerfeld für VW Fernsehwerbung zum Thema Paris macht, hat man das Gefühl, man sei der letzte Kretin, weil man dort nicht wohnt.

Jedenfalls war es mal wieder an der Zeit dort ein paar romantische Tage zu verleben.
Irgendwie hat sich Paris aber in den letzten zwei Jahren verändert.

Wie weiss ich auch noch nicht genau wie, aber es ist irgendwie anders geworden.


Myanmar - The Golden Spine


Militärdiktatur oder Gottesstaat - Myanmar hat zwei Gesichter. Polizei und Militär prägen das Bild des südostasiatischen Landes genauso wie die langen Schlangen der Mönche, denen Einwohner auf der Straße Reis und Süßigkeiten schenken. Noch halten sich beide Kräfte die Waage.
Doch die Bevölkerung des zutiefst buddhistischen Landes, das seit Jahrzehnten geprägt wird von Zwangsarbeit, Militärherrschaft und Militärdiktatur am Rande des wirtschaftlichen Abgrundes, hat aus der Religion eine Massenbewegung mit enormer wirtschaftlicher Kraft gemacht. Ausgestattet mit in Jahrhunderten angesammelten Goldreserven und Geldspenden, ist eine religiöse Industrie entstanden, die das soziale Rückgrad des maroden politischen Gebildes darstellt. Ein mit Millionen von Kleinstspenden finanzierter religiös legitimierter Sozialstaat inmitten einer Kleptokratie. Von der schulischen Bildung, über die Krankenversorgung, die Betreuung von Waisen, die Versorgung der Alten und die Betreuung der Bedürftigen haben die buddhistischen Klöster in den Städten und Gemeinden nicht nur die spirituelle Hoheit im Lande , sondern gewinnen als Massenbewegung, ausgestattet mit enormen Finanzmitteln, auch mehr und mehr an politischer und wirtschaftlicher Macht.
Die Klöster sind Teil einer Industrie geworden. Der Besuch der Tempel und Statuen ist Programmpunkt eines durchorganisierten Massentourismus. Glaube als Showact, Gebete zur Unterhaltung. Stille Einkehr mit Foto-Gelegenheit.

In seinem Foto-Essay beschreibt Robert Kah ein Land im Widerspruch zwischen gelebtem Glauben und der Vermarktung einer Religion.



 

The Wall - Today Brings Together the People of the World.

Angeblich ist sie das einzige Bauwerk, dass aus dem All mit bloßem Auge zu erkennen ist. Ich weiss es nicht. Aber es ist ein Ort mit einer magischen Atmosphäre: Die Chinesische Mauer.


"Einst Schutzwall gegen feindliche Angriffe, führt sie heute die Völker zusammen." Ein schöner Satz.
Leider nicht von mir, sondern ein Zitat von einem Gedenkstein, den die Firma Henkel errichten ließ, die große Teile der Rekonstruktion des ursprünglich verfallenen Bauwerkes finanziell maßgeblich unterstützt hat.


Ich bin nicht sicher, ob die Chinesische Führung das genau so sieht.



 


Archeology for Generations - The Ming Tombs 


Viele Chinesen haben ein etwas seltsames Verhältnis zur Kaiserzeit. Die offizielle politischen Linie verdammt die aristokratische Ausbeutung aber viele Chinesen sehen in der Kaiserzeit dennoch die Wiege ihrer Kultur und begegnen der Geschichte und ihren Schauplätzen mit spürbarem Respekt.


Die Verehrung der Artefakte dieser Epoche ist an allen historischen Stätten unübersehbar. Nicht nur die Massen an Besuchern - selbst aus den entlegensten Provinzen - zeigen ein enorme Interesse an dieser Geschichtsperiode, sondern vor allem die Art wie diese Stätten besucht werden. In geradezu andächtiger Stille bewegen sich die Besuchergruppen durch die Bauwerke.
Während die Guides ihr mehr oder weniger politisches Programm abspulen, nimmt sich der Großteil der Besucher die Zeit selbst einzelne Kleinigkeiten zu betrachten und in der Gruppe zu diskutieren.


Glücklicherweise sind während der Kulturrevolution nur die offen zugänglichen Denkmäler geräumt worden. An die zahllosen archäologischen Stätten unter der Erde ist noch niemand herangegangen.
 



 


The Terracotta Warriors - Probably the Biggest Jigsaw of the World


Pump, Pomp und Grössenwahn sind nicht etwa Erfindungen der politischen Neuzeit. Was dem Pharao die Pyramide, Helmut Kohl das Kanzleramt mitsamt Regierungsviertel und Dr. Eberhard Schulte-Wissermann der Schienenhaltepunkt einen knappen Kilometer vor dem Koblenzer Hauptbahnhof, das war Kaiser Quin die Terracotta Armee in seiner Grabanlage nördlich der Stadt Xian in Westchina.


Knappe 8.000 "semiprefabricated Warriors" ließ der erste Kaiser Chinas bereits im zarten Alter von 13 Jahren mit individuell gestalteten Köpfen seiner führenden Untertanen ausstatten. Auf deren Kosten - versteht sich.

Nicht überliefert ist, ob seine Nachfolger sich an den Kosten der Grabanlage ebenfalls überhoben haben.
Wahrscheinlich ist, dass so umfassend nachfinanziert werden musste , dass die Schwarte nur so krachte.


Und was lernen wir daraus?

Nichts. Ist doch klar.
 



 

The Crown of Bronze Works is 2000 Years Old

Schon 200 v. Chr. beherrschten die Chinesen meisterhaft die Technik des Bronzegusses. Bestes Beispiel dafür sind die beiden Bronzewagen des ersten Chinesischen Kaisers Quin in der Nähe von Xian.

Die einzigartigen Exponate werden so atemberaubend präsentiert, dass in den Hallen trotz der sprichwörtlichen chinesischen Gruppeneloquenz eine beeindruckende Stille herrscht.



 

Singapore @ Night

Wie nutzt man einen 11 Stunden Stop-over auf dem Changi Flughafen?


Man erkundet natürlich Singepore. Abgesehen von der wirklich atemberaubenden Sauberkeit der Stadt blieb vor allem das nächtliche Panorama vom Singapore Flyer, einem Riesenrad der Superlative, im Gedächtnis haften.





 

Blankenberge - Pommes, Sand und Radios

Was macht man nicht alles für einen neuen Reiseführer? Dafür fährt man auch nach Belgien.
Und zwar nach Blankenberge.
Romantisch wie eine Plattenbausiedlung und überbevölkert wie die Tokyoer Innenstadt hat der synthetische Tourispot an der Küste trotzdem seinen speziellen Charme.


Wer aber gutes Essen und seine Ruhe sucht, ist hier völlig falsch.





 

Traditional Bull Fight in Fujairah

Stierkämpfen haftet immer ein blutrünstiges Image an. Nicht so in Fujairah. Dort kämpfen zwei monströse Bullen gegeneinander. Und wenn einer der beiden keine Lust mehr hat, dann bleibt er stehen. Und dann hat der andere gewonnen. So einfach ist das?
Nein, ist es nicht.
Dieser Wettkampf - vor mehr als 300 Jahren von den Portugiesen in die Region gebracht - stachelt die Emiratis zu wahren Emotionen an. Dort wird gejubelt und gefeiert, gepfiffen und gejohlt, wenn es darum geht, die Bullen dazu zu bewegen ihren jeweiligen Gegner durch die Arena zu schieben.
Nebenbei geht es auch noch um viel Geld, denn der Wert eines Gewinners steigt in Windeseile um ein Vielfaches.





 

The Dubai Falcon Clinic

Dr. Antonio di Somma ist der Chefarzt der berühmten Falcon Klinik in Dubai. Der sympathische Italiener ist seit mehr als 20 Jahren für die Gesundheit der Falken der königlichen Familie in Dubai verantwortlich. Sein Team und er versorgen jedoch nicht nur die königlichen Fallken, sondern stehen allen Falkenliebhabern in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Rat und Tat zur Verfügung.
"Gott sei Dank weiss der Sheik nicht, wieviel Geld er mit dieser Klinik verdienen könnte....", hören wir während unseres Aufenthaltes in der Klinik immer wieder. So führt zum Beispiel der Experte für die Labordiagnostik, Dr. Christudas Silvanose, mit den modernsten Chemotherapeutika wissenschaftliche Studien auf höchstem Niveau zum Thema Apsergillus Therapie bei Falken durch.

Wir waren wirklich beeindruckt von der Klinik und den Männern, die hier arbeiten.





 

Go Dubai Marina and forget about Big Apple

100 Wolkenkratzer in 8 Jahren - kaum ein Bauprojekt setzt solche Superlative in die Realität um wie die Marina in Dubai. Trotz der Finanzkrise geht die Bautätigkeit ungebremst weiter, auch wenn in der blauen Stunde nur wenige Fenster beleuchtet sind, beteuert unser Guide, dass praktisch keine Flats und Penthouses mehr frei wären.

Alles in allem eine beeindruckende Ingenieursleistung und ein unglaublicher Finanzaufwand mitten in der Wüste eine Stadt zu schaffen, welche die Skyline von New York mit der mondänen Hafenatmosphäre von Monaco verbindet.





 

The Palm oder: Wie verlängere ich meine Küste um das 10fache

Wenn ein Land am Meer eine zu kurze Küstenlinie hat und als Urlaubsland entwickelt werden will, dann hat es ein Problem. Hotels brauchen große Strände und große Strände benötigen viel Küstenlinie.
Um dieses Dilemma zu lösen, hat man in Dubai künstliche Inseln ins Meer gebaut.

Drei "Palmen" nichts geringeres als "The World" liegen heute als Baugrund und Strand in Form von Sandinseln vor der Küste von Dubai. Offiziell wird der Slogan ausgegeben: Sold Out. Geht man allerdings in die abgesperrten privaten Zonen, kann man durchaus einen anderen Eindruck gewinnen. Unbewohnte Häuser und versandete Türen, vertrocknete Palmen und große Leere zeichnen die Wohngebiete auf "The Palm" aus. Allerdings wird immer noch kräftig gebaut.
Bereits im Betrieb: Das Hotel Atlantis mit Großaquarium und einem Bademeister aus Australien.





 

Dubai Shopping means shopping in Paradise

Wer in Dubai Einkaufen geht, erlebt Dienstleistungsqualität und Warenvielfalt in einer einzigartigen Dimension. Knappe 24 Stunden Öffnungszeiten, mehrere Tausend Geschäfte unter einem Dach und etagenweise Designer Hopping, sprengen alles, was man anderen Ortes erleben kann.

Die Shopping Malls in Dubai sind nicht nur gigantisch in ihren Ausmaßen, sondern auch von ihrer Ausstattung her. Eislaufbahn, Großkino und gigantische Aquarien - alles ist in Dubai ein klein wenig größer als woanders.





 

Burj Al Arab - 10 Jahre an der Spitze

Knappe 10 Jahre gilt das Burj Al Arab als der Inbegriff der Luxushotellerie. Auch nach diesen 10 Jahren hat sich daran nichts geändert. Beeindruckende Architektur und vor allem ein Personal der Extraklasse zeichnen dieses Hotel aus.
Wer gerne Fisch isst, für den ist das Al Mahara Restaurant im Souterrain des Hotel ein absolutes Must go.

Der Kick: Der Blick aus der 27ten Etage auf die Bauprojekte Dubais. Erst aus dieser Perspektive wird die großartige Ingenieursleistung in vollem Umfang sichtbar.





 

Dubais stille Arbeiter

Wenn man sich einmal klar macht, dass die über 100 Wolkenkratzer in der Dubai Marina in knapp 8 Jahren gebaut wurden und "nebenbei" die Küstenlinie Dubais durch The Palm, The Deira Palm, The Jebel Ali Palm und The World knapp verzehnfacht wurde, dann fragt man sich: Wer baut das alles? 


Die Antwort ist verhältnismäßig einfach: Tausende Gastarbeiter. Sie kommen aus Pakistan, Indien, Ägypten, Sri Lanka und aus China und erhalten einen Arbeitsvertrag für drei Jahre. In dieser Zeit leben sie in abgeschotteten Lagern ausserhalb der Städte in Wohnsiedlungen unter Bedingungen, die europäische Standards kaum treffen.

Allerdings geht es vielen von Ihnen in den Vereinigten Arabischen Emiraten wesentlich besser als zu Hause. Dies kann man erst beurteilen, wenn man selbst gesehen hat, wie diese Menschen in ihrem Heimatland leben.

Dennoch hinterlässt ein Besuch in diesen Wohnstädten angesichts der schillernden Pracht der Innenstädte einen faden Nachgeschmack.





 

Wrestling out of the Ghetto

Mitten in der Stadt - genau gegenüber des Grand Hyatt Hotels - treffen sich jeden Freitag nach dem Nachmittagsgebet tausende von Pakistani, um auch in der Fremde ihren traditionellen Bräuchen nachzugehen. Der pakistanische Ringkampf unterscheidet sich vom klassischen Ringen dadurch, dass die Kämpfer nur einen Griff setzen und versuchen, ihren Gegner damit festzuhalten und ihn aber gleichzeitig abzuschütteln.
Was langweilig klingt, entwickelt sich nach einigen Vorkämpfen zu einem dramatischen Sportwettkampf, weil in der zweiten Runde die unterlegenen Gegner versuchen mit doppeltem Ehrgeiz und angestachelt von der Zuschauermenge die Scharte vom ersten Kampf auszuwetzen.


Angenehmer Nebeneffekt: Die Superstars der Szene ziehen am Freitagabend von den zufriedenen Fans Ihrer Mannschaft nochmals einen kompletten Wochenlohn für sich und ihr Team.





 

Was macht man, wenn ein Kamel nicht frisst?

Dann bringt man das Tier zu Dr. S. Jahangir Akbar, dem Chefarzt der Camel Clinic in Dubai.
Der Tiermediziner aus Indien ist als "Veterinary Consultant for the Royal Family of Dubai" ein ausgewiesener Experte für die Behandlung der wertvollen Rennkamele.
Dr. Akbar führt an den betäubten Tieren nicht nur endoskopische Untersuchungen mit extralangen Kameloptiken durch, sondern hat auch einen speziell für narkotisierte Kamele eingerichteten OP-Saal und eine digitale Hi Tech Röntgenanlage für Diagnostik und Therapie seiner haarigen Schützlinge.





 

Allahs Traum aus weißem Marmor

Ein Traum in weissem Marmor erhebt sich kurz vor den Toren von Abu Dhabi City
aus dem Wüstensand: die neue große Moschee.
Die drittgrößte der Welt für knappe 3 Milliarden Euro in mehr als 10 Jahren gebaut, steht kurz vor der Fertigstellung.
Trotz der im allgemeinen schmucklosen Ausstattung von Moscheen, stellt dieses Gebäude mit seinen Intarsienarbeiten aus Halbedelsteinen und Perlmutt eine augenfällige Ausnahme dar.





 

DIFC - Dubais Traum vom großen Geld

Man munkelt, die Finanzblase sei geplatzt. Im Dubai International Finance Center spürt man nichts davon, ausser einer gewissen Dünnhäutigkeit der Pressesprecherin gepaart mit ausgesprochener Dickfelligkeit.
Drei Tage hat es gedauert, bis wir einen entsprechenden Permit für Fotos bekamen.
Doch was nutzt der, wenn die zuständige Dame lieber rauchen geht, als Besucher zu führen.
Denn ohne ortskundige Hilfe oder einen Lageplan ist man in diesem Bürolabyrinth völlig aufgeschmissen.

Aus diesem Grund haben wir nach ein paar Minuten auch abgebrochen und abends nur noch ein paar schnelle Fotos für das Archiv geschossen.





 

Fashion show with Sarah Belhasa

Sarah Belhasa, die Frau von Saif Ahmed Belhasa - einem der großen Baumagnaten der Vereinigten Arabischen Emirate - führt die Chart der eleganten Damen der Gesellschaft in Dubai an.
Die charmante junge Frau startete jüngst ihr eigenes Modehaus 'Studio 8' und hat sich nicht nur mit ihrem eleganten Auftreten, sondern auch als Unternehmerin einen Namen gemacht.


Ihre Modenschauen mit international bekannten Designern sind ein absolutes Must in Dubai.





 

Leben mit einem eisernen Vorhang

Seit dem Bau des Sicherheitszaunes in Israel ist die Anzahl der Sebstmordattentate auf Null zurückgegangen. Das allein ist schon Legitimation genug für diese Sperranlage.


Dennoch erinnert gerade uns Deutsche dieser Sicherheitszaun an die Teilung unseres eigenen Landes. Vielleicht ist das der Grund, warum wir diese Ab- und Eingrenzung mit gemischten Gefühlen betrachten.
Möglicherweise ist die strikte Trennung von Iraelis und Palästinensern aber tatsächlich der einzige Weg, um in einigen Jahren erfolgreiche Gespräche über eine friedliche Lösung im Nahen Osten zu führen.





 

Totes Meer am Tiefpunkt?

Zugegeben, manche Anlage am Roten Meer wäre dringend renovierungsbedürftig, allerdings macht der durch das Salz angegriffene, etwas marode Zustand auch gerade erst den morbiden Charme aus.
Es wurde und wird zwar eine Menge Geld in den Aufbau einer neuen, supermodernen touristischen Infrastruktur gesteckt - das Urlaubsgebiet wird quasi general überholt, aber die versteckten Perlen findet der Fotograf eher abseits der neuen Glaspaläste in den älteren Kibuzzim unmittelbar am immer schneller zurückweichenden Seeufer.





 

Israel from the Air

Eines wurde uns ziemlich schnell klar: In Israel ist alles möglich ... wenn man die richtigen Leute kennt. Und so war es für unseren offiziellen Begleiter nur eine Frage von einigen Minuten bis geklärt war, dass uns ein Brigadegeneral für einige Stunden mit dem Hubschrauber einen Überblick über sein Land geben würde.


Beeindruckende Landschaften findet man vor. Und man gewinnt tiefere Einblicke in die Ursachen der Problematik des Zusammenlebens zwischen Juden und Palästinensern. Die soziale Kluft wird aus der Luft viel offensichtlicher als vom Boden aus.
Man kann das in einem lapidaren Satz unseres Piloten zusammenfassen: "You know ... we have a Villa in the Jungle...."





 

Der Prozessionssprint auf der Via Dolorosa

Nichts ist unwichtiger an der Freitagsprozession der Franziskaner auf der Via Dolorosa als die Religion selbst.
Stämmige Mönche versperren die Eingänge der muslimischen Läden in der Altstadt mit ihrer kräftigen Statur. Als Retourkutsche plärren die Stereoanlagen dieser Händler und die anonymen Lautsprecher der Muezzin mit den mobilen Megaphonen der Mönche um die Wette.


Eine unfassbar unfeierliche Atmosphäre

Im Spurt geht es schnell über die Stationen bis zur Grabeskirche. Ein kurzes Gebet - von wem auch immer hastig runtergeleiert- ein schneller Segen und der Spuk ist vorbei bevor man so richtig bemerkt hat, dass es angefangen hat.





 

Three Religions - One City

Eines der drei wichtigsten Heiligtümer des Islam befindet sich in Jerusalem: der Felsendom. Der Zutritt ist Christen und Juden verboten. Entsprechend schwierig ist es, als Europäer eine Fotogenehmigung zu bekommen. 
Daher exklusiv an dieser Stelle: Die Gebetsstelle unter dem Felsen an der Mohammed von Allah den Koran empfangen hat.
Bei Gelegenheit zeige ich einmal ein Foto über den Dress des Fotografen bei diesem Job.





 

Go Jordan - meet the Peace in Middle East

Der Grenzübertritt von Israel nach Jordanien - noch mehr der von Jordanien nach Israel - erinnert einen an die Zeit des Kalten Krieges im geteilten Berlin. Stacheldraht, Minenfelder, Wachtürme und Einzelabfertigung der Besucher kennzeichnen auch 20 Jahre nach dem Friedensvertrag zwischen Jordanien und Israel das vorsichtige Miteinander.


Wenn man es dann einmal geschafft hat und in Petra, der Felsenstadt mitten in der Wüste, vor den Wurzeln der jordanischen Kultur steht, bekommt man Respekt vor diesem Land, in dem vor zig Tausend Jahren bereits architektonische Kunstwerke von höchstem Rang geschaffen wurden.
 





 

Sandflaschen - Wunderwerke aus buntem Sand

"Ich habe das mit den Sandflaschen die ersten 25 Jahre meines Lebens gemacht",
sagte uns unser Guide Yussuf in Petra, "... und jetzt bin ich 29", fügte er nach einer kurzen Zeit
nachdenklich hinzu. Er ließ es sich nicht nehmen, eine spezielle Flasche mit einem schwarzen Kamel 
für uns zu schichten.
Der farbige Sand kommt aus den Tälern um Petra. "Wenn man weiss wo, findet man wirklich alle Farben in reinster Form", erklärte uns Yussuf, während er dem Kamel eine herausgestreckte Zunge modellierte.





 



Die Klagemauer - Spiegelbild des modernen Israels

Die Zweite der heiligen Stätten in Jerusalem ist die Klagemauer. Der heiligste Ort der Juden erfüllt wohl jeden Besucher mit ehrfürchtiger Andacht.
Doch dieser Platz steht nicht nur für das religiöse Israel, sondern ist auch ein Spiegel des modernen Israel. Man trifft Gruppen von Touristen aus aller Welt genauso wie israelische Jugendliche in
Rowdy-Laune. Betende mit automatischen Waffen sind dort genauso normal wie Orthodoxe mit ihren Pelzmützen in der größten Mittagshitze.


Streng nach Geschlechtern getrennt, verströmt dieser Ort bei aller Alltagshektik dennoch eine geradezu magische Würde.  


 





 



Grabeskirche oder Auferstehungskirche je nachdem ...

Die dritte heilige Stätte ist die heiligste Stätte der Christenheit und doch kleinlich zerstritten.
Wo hört die eine Kirche auf und wo fängt die andere Kirche an. Diese Frage klären Franziskaner und orthodoxe Mönche gelegentlich mit ihren Fäusten.
Dabei ist alles seit Jahrhunderten streng reglementiert und bis ins Detail zwischen den religiösen Gruppen vertraglich geregelt.
Der Tourist bekommt nicht viel von den inneren Zwistigkeiten zu spüren, denn die Atmosphäre in der Kirche selbst wird von der Andacht an den Tod Christi getragen.


Wir sind sicher: Ein Besuch im Grab von Jesus Christus berührt auch den "ungläubigsten Thomas" zutiefst.



 





 



Jerusalem - Altstadt ohne Grenzen

An der Wand zwischen den spielenden Kindern steht: We need Peace. Besser kann man den Wunsch der Menschen in dieser Region wohl kaum ausdrücken.
In der Altstadt von Jerusalem leben Christen, Moslems und Juden einträchtig nebeneinander.
Der Besucher spaziert durch die jeweiligen Viertel, ohne das er die Grenzen zwischen den einzelnen Religion überhaupt bemerkt.
Unwillkürlich fragt man sich: Warum funktioniert das, was hier im Kleinen klappt nicht auch im Großen?



 





 



Beduinen in der Wüstenstadt

Wer mit dem heutigen Alltag im Leben eines Beduinen wildes Zeltleben und Lagerfeuerromantik verbindet, ist völlig auf dem Holzweg.
Die jordanische Regierung hat in den letzten 20 Jahren nichts unversucht gelassen, diese Nomaden sesshaft zu machen und in eigens für sie errichteten Dorfgemeinschaften als soziale Gruppe örtliche zu verwurzeln.
Nicht immer ist das allerdings so gut gelungen wie in dem Dörfchen 'Bdul' mitten in der jordanischen Felswüste.



 





 



Silence deluxe - Ballonfahren in der Massai Mara

Endlos sind die Weiten der afrikanischen Savanne. Genauso endlos ist auch die menschliche Phantasie.
Ansonsten würde eine Handvoll Engländer wohl kaum auf die Idee kommen, am Ende der Welt als Abschluss einer aufregenden Ballonfahrt ein Champagnerfrühstück mitten im grenzenlosen Nichts zu veranstalten.

Der Clou der Veranstaltung: der Sternekoch aus Nairobis Top-Restaurant.

 





 



Inoffiziell exkommuniziert: Der Maximón aus San Simón

Lange hat die katholische Kirche Guatemalas überlegt, ob sie den Kult um den Maximón von San Simón verbieten soll oder nicht. Aus guten Gründen hat sie bis heute davon Abstand genommen


Die Guatemalteken verstehen es als tiefgläubige Katholiken trotzdem, diesen Götzenkult um eine mit allerlei merkwürdigen Accessoirs ausgestatteten Schaufensterpuppe zu unterstützen. Oftmals brennt man nach dem sonntäglichen Kirchgang auf dem Weg nach Hause noch einmal schnell eine Opferkerze, raucht eine dicke Opferzigarre oder opfert ein Huhn und beschwört Gutes bei Maximón für seine Nächsten und sich.






 



... und wofür braucht ein Massai ein Handy?

Zum Telefonieren, natürlich, wozu denn sonst? Und das tut Chief Kinanta den lieben langen Tag.
Er lenkt damit die Touristen so geschickt durch sein Manyatta, dass sich die vielen Gruppen nicht einmal begegnen.


Die Massai verstehen es perfekt die besten Dinge aus zwei Welten zu nutzen: aus unserer und vor allem auch aus ihrer.
Aber am Abend, wenn die Touristen wieder in ihren Luxuscamps sind, dann sitzen sie zusammen am Lagerfeuer, essen und sind ausgelassen wie vor 1000 Jahren.


Dann packt auch Kinanta sein Telefon weg.






 

Hang Loose - Die beste Werbung für Kitesurfen ist Kitesurfen

Da herrscht schon eine ganz besondere Atmosphäre, bei den Kitesurfern am Wasser.
Locker sind sie nur solange, wie es nicht um die eigene Leistung geht. Springen sie auf das Surfbrett, dann stehen sie ständig im Wettkampf mit zwei unbarmherzigen Gegnern: den Wellen und sich selbst.


Besonders bemerkenswert: Ein Tag mit einigen der weltbesten Kitesurfer am Strand stimmt
mit "Hakuna matata" auch den trockensten Artdirektor ausgesprochen milde.


A very special TNX to Boris Polo, Marijke Groener, Xan Woods and Olli P. for the stunning aerials and to all the stuff at H²O-Extreme and Brand54 for  the marvelous time.
And a slapping High5 to Ritchie: You are definitively the most sensational director in the world.





 



Atitlan: Das Land der braunen Bohnen

Wo gibt es den besten Kaffee der Welt? Für Domingo Mendoza ist das keine Frage: "Den machen wir in meiner Kooperative", kommt es wie aus der Pistole geschossen. Und mit einem verschmitzten Lächeln fügt er hinzu: "Und da trinken wir jetzt erst einmal eine Tasse von."


Hochlandkaffee aus Guatemala gilt unter Kennern als der beste Kaffee der Welt. Auf der Basis arabischer Anpflanzungen wird rund um den Atitlan See der Kaffee immer noch in reiner Handarbeit produziert.







 


Greetings from a "moderate" Source


Seit acht Jahren regnen Kasam Raketen aus dem Gaza Streifen auf das kleine Städtchen Sderot in Israel herab. Bis vor kurzem noch bis zu 30 Raketen am Tag, sind es nach der jüngsten militärischen Aktion der Israelis "nur" noch zwischen ein und drei täglich. Im 'Sderot Trauma Center'  kümmert sich Frau Dr. Adriana Kat mit drei weiteren Psychiatern um die psychischen Schäden des jahrelangen Bombardements vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Unsere Bundesregierung unterstützte im Jahr 2008 diverse palästinensische Gruppen -vor allem im Gaza Streifen- mit insgesamt 52 Millionen Euro.
Unter anderem auch die Fatah, die von unserer Bundesregierung als moderate Gruppe unter den Palästinensern bezeichnet wird.


Fatah markiert ihre Raketen mit gelber Farbe.

Rechtzeitig vor Beginn der Gaza Konferenz im ägyptischen Sharm el Sheik am 2. März 2009 empfehle ich den Konferenzteilnehmern einen Tag und eine Nacht in einem der Wohnhäuser mit frisch betoniertem Ein-Familien-Bunker zur Überprüfung der deutschen Position.
 





 

Guatemala: Mayas, Märkte und Moneten

Silvester in Flores/Guatemala. Na toll! Insbesondere wenn alle Narkoteros und Soldaten des kleinen mittelamerikanischen Staates an einer gemeinsamen Fiesta auf dem zentralen Basketballfeld vor dem Rathaus teilnehmen.
Wir verließen den unsichersten Ort dieser Nacht ohne übertriebene Hast, aber schnurstracks.






 

Nur Mexico ist wie Mexico

Um es vorne weg zu stellen: Wir waren in jeder Hinsicht überrascht. Wetter, Land und Leute waren einmalig. Und sonst? Von Mexico City über Chiapas bis nach Tulum ist mehr als eine Weltreise. Gefühlte 40.000 Bremsschwellen und erlebte 312 Polizeikontrollen ließen einem die Sehenswürdigkeiten oftmals erst nach stundenlanger Fahrt erreichen.

Und der Höhepunkt in Mexico? Ganz klar: Monica. Unsere 69 Jahre alte Begleitung. Geboren in Wien, aufgewachsen in Argentinien und verheiratet mit einem Fotografen in Mexico, zeigte sie uns Land und Leute wie es näher nicht ging. 11.000 Autokilometer lang war ihr kein Arrangement zu viel und kein Stop überflüssig. Das erste Mal in all den Jahren mit Guides haben wir uns von dieser Lady mit einer großen Träne im Knopfloch verabschiedet.
 





 

Bringen Sie mir St.  Peter so wie ich es noch nie gesehen habe

Der Redakteur äußerte sich am Telefon völlig unmissverständlich.

Diesmal war allerdings alles irgendwie anders, weil ein renommierter Kollege vom National Geografic mit mir an der Geschichte "dran" war. Und so kam es, dass wir zwei zu dritt vier Tage im Vatikan damit verbrachten uns gegenseitig in den verrücktesten Situationen, den steilsten Perspektiven, den schrillsten Farben und den kontrastreichsten Lichtern sportlich zu übertreffen.

 

 





 

Khan al Khalili - Kunsthandwerk und falsche Perlen

Am Eingang zur Kairoer Altstadt steht ein unscheinbares zweigeschossiges Haus. Hier lebt die Familie von Abdul Dahab Naeem. Eigentlich ist es gar keine einzelne Familie, sondern eine Firma und es ist auch kein Haus, sondern eher eine Fabrik mitten in Kairos Stadtzentrum.
Allerdings werden dort keine kostbaren Originale gefertigt, sondern Kopien. Vom "echten" Designer T-Shirt über Silberamulette aus Blei, Holzdosen mit schimmernden Kunstoffintarsien anstatt Perlmut und Elfenbein, sowie Halbedelsteinen aus Plastik und farbigem Steinpulver kann man dort alles sehen, was findige Handwerker heute aus Ersatzmaterialien zaubern können.


Die Spezialität: Handgemachte Perlen aus Muschelschalen, Farbstoff und Acryl.
Und die Pointe: Die Unternehmensgründung wurde von der US Regierung als "Small and Micro Development Project" gefördert.





 

Lautlose Geschichte - Ballonfahren im Tal der Könige

Vier Uhr morgens ist ziemlich früh - gerade für ägyptische Verhältnisse. Trotzdem darf man die Ballonfahrt über das Tal der Könige im oberägyptischen Luxor mit dem größten Heißluftballon der Welt nicht verpassen.
Der Blick auf den Medinet Habu Tempel und die Terrassen der Hatschepsut im warmen Licht der aufgehenden Sonne lassen die klassische Geschichte des alten Ägyptens vor den eigenen Augen wieder lebendig werden.
Das Niltal - die Aorta und gleichzeitig das Rückrad Ägyptens - liegt als fruchtbares, grünes Band scharf begrenzt inmitten einer unendlich scheinenden Sandwüste.

Die hektische Betriebsamkeit des arabischen Lebens wird niemals bis hier oben hin gelangen.





 

Hiroshima - die Schöne in der Nacht.

Jeder kennt den Namen, doch kaum einer kennt ihr Gesicht. Mit ihrem Namen verbindet man den ersten Abwurf der Atombombe am 6. August 1945. Heute ist Hiroshima eine moderne Industrie- und Hafenstadt im Süden von Japan.
Nachts zeigt die Stadt ihr romantisches Gesicht und lässt die Schrecken der Vergangenheit vollends vergessen.





 

Peace Memorial Museum - Der Pflichtbesuch für jeden Politiker

Am 8. August 1945 um 8 Uhr 16 ist die Zeit stehen geblieben. Seitdem ticken die Uhren auf der Erde ganz anders. Die Armbanduhr eines der Opfer der ersten Atombombe in Hiroshima, zeigt im Peace Memorial Museum den Beginn dieser neuen Zeitrechnung auf die Sekunde genau an.

Der Besuch dieses Museums sollte jedem Regierungschef bei Antritt seines Amtes zur Pflicht gemacht werden. Es ist ein bedrückender Besuch in einem schlichten Museum mit wehmütigen Exponaten.

Dem Besucher wird die Grausamkeit der Atombombe im unaufgeregt japanischen Stil eines zeitgenössischen Chronisten sehr eindringlich vermittelt.





 

Kenia und Tansania

Schon an Telefon hörte sich der Auftrag sehr spannend an: Eine Woche mit den Massai von der Serengeti in die Massai Mara ziehen - immer den großen Herden nach.
Unendliche Ebenen, Tierherden bis an den Horizont, stolze Krieger und Lagerfeuerromantik zogen vor dem inneren Auge auf. Vor allem aber: Kein Strom, keine eMails und kein Handy. Dafür aber Staub ohne Grenzen.

Eine Redakteurin, ein Fotograf und knappe 70 Kilogramm Fotoausrüstung auf der Suche nach dem Afrika von gestern in der heutigen Zeit.





 

Von der Serengeti in die Massai Mara

Wilde Tiere, grandiose Landschaften und stolze Massai; das sind die Vorstellungen, die man von Ostafrika hat. Um es vorne weg zu nehmen: Es stimmt alles. Jedes Klischee, das man aus dem Fernsehen kennt, findet man hier wieder.

In diesem riesigen Naturreservat ist das Land noch wild, das Leben gefährlich und sind die Eindrücke wirklich überwältigend.





 

The Miracle of Migration

Jedes Jahr im Juni setzen sich Millionen von Gnus, Zebras, Wasserböcken und Antilopen aus der Serengeti in die Massai Mara in Bewegung. Kurz hinter der Grenze zwischen Tansania und Kenia fließt der Mara River als schmales, grünes Band durch die Savanne. Dort warten schon augehungerte Krokodile auf die Jungtiere, die beim "Crossing" ein leichtes Opfer für die Urechsen werden.

Nach knappen acht Stunden Wartezeit im glühend heissen Jeep (... pole, pole Mister ... be patient and the miracle will happen...) ist es endlich soweit. Der Druck der neu ankommenden Tiere am anderen Ufer wird zu groß. Der erste Bock springt ins Wasser und wie auf ein geheimes Kommando hin setzt sich sofort die ganze Herde in Bewegung. Mehr als 50.000 Tiere ziehen durch den Fluss über eine schmale Furt.
Das Wasser kocht für Stunden und färbt sich immer dann schaumig rot, wenn die Krokodile ein Tier schlagen.
Erst mit Einbruch der Dämmerung ist das Gemetzel vorbei und der Fluss hüllt sich wieder in sein leises Rauschen.





 

Geier - die heimlichen Könige der Massai Mara

Jedes Kind lernt: Geier sind schreckliche Tiere. Sie fressen Aas.
Richtig. Damit räumen sie nicht nur die Savanne auf, sondern verhindern auch die Ausbreitung von Seuchen. Und das tun sie in Windeseile. Während die Jäger noch fressen, lauern sie schon in kurzer Fluchtdistanz auf ihre Mahlzeit. Von 300 kg Gnu lassen sie nach 4-5 Stunden bestenfalls noch einen Haufen abgetrockneter Knochen über.


Und eines ist mal sicher: Es ist ein packendes Gefühl, wenn man auch in zehn Metern Entfernung noch den Windzug einer durchstartenden Geierkolonie verspürt, wenn die bis zu einem Meter großen Vögel mit einem lautem Rauschen der Schwingen nach ein paar schnellen Schritten abheben.





 

Mombassa -  Stadt ohne Lächeln

"In Mombassa leben die reichen Leute aus Kenia", sagte Dennis Moser als er uns vom Flughafen abholte. "Aber vergesst eure mitteleuropäischen Maßstäbe." Der 46-Jährige Schwabe  lebt seit 20 Jahren in Kenia und weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er gegen zahllose Wiederstände die führende Reiseagentur im Land aufgebaut

Uns fiel aber vor allem auf, dass kein Lächeln auf den Gesichtern der Menschen war. Statt dessen stand in den Gesichtern nur Ablehnung, Angst und Unsicherheit.
Selbst die Leute, die uns im Gespräch voller Charme, Witz und Freundlichkeit entgegenkamen, setzen angesichts der Kamera einen stieren, inhaltsschweren Blick auf.


Das war für uns völlig unverständlich oder sagen wir es einmal so: Wir haben keinen Grund finden können.





 

Von Perm nach Moskau

Kaum eine Reise durch Russland führt so weit in die Geschichte zurück, wie eine Fahrt auf der Wolga.

Über 2.500 Kilometer auf Europas längstem Fluss ist eine Reise in die Vergangenheit und in die Zukunft eines Landes, dem ein gewaltiger Wiederaufbau erst noch bevorsteht. Schnell wird klar, dass die Probleme, die 70 Jahre Kommunismus in diesem Land geschaffen haben, noch lange nicht gelöst sind.
Desolate Kommunalwohnungen, Massenalkoholismus, Altersarmut, eine verkümmerte Landwirtschaft und gleichzeitig der Verfall großartiger Kulturstätten prägen das Bild des heutigen Russlands genauso wie goldene Kuppeln, restaurierte Klöster, jahrhundertealte Ikonen, Mercedes-Limousinen und ein Finanzadel, dessen Reichtum mit Worten kaum zu beschreiben ist.


Am anschaulichsten wird der Zustand Russlands wohl in der Moskauer U-Bahn: Einst Vorzeigearchitektur für die Arbeiterklasse, verfallen die Bahnhöfe seit Jahren und sind heute genauso sanierungsbedürftig wie das Rentensystem, die Industrie und das politische System.





 

Wild Side of Life

Südafrika hat die größte Artenvielfalt auf dem afrikanischen Kontinent. Im Land leben 299 Säugetierarten und 858 Vogelspezies.
Dabei ist das Gesetz der Wildnis ganz einfach: Friss oder werde gefressen.
Erschöpfte Löwen und zärtliche Büffel, lachende Geparden und marschierende Vögel: Komik und Tragik im Tierreich liegen nah beieinander.





 

Südafrika nach Nelson Mandela

Gewalt herrscht überall in Südafrika - auch wenn es niemand so richtig wahr haben wollte. Denn schließlich sollte dort 2010 die nächste Fußballweltmeisterschaft stattfinden.
Fakt ist: Die alte Apartheid ist abgeschafft, aber die neue Apartheid der schwarzen Herrscher ist nicht minder menschenverachtend.
Die politische Ordnung in Südafrika ist entscheidend davon abhängig, einen schwarzen Mittelstand zu entwickeln. Doch wie will man jemandem, der nicht arbeitet, weil er den Begriff der Arbeit nicht kennt, klar machen, dass er unbedingt einen zweiten Fernseher, einen japanischen Kleinwagen und eine Mikrowelle braucht?





 

Kambodscha nach dem Völkermord

Das Königreich Kambodscha am Scheideweg zwischen Tradition und Moderne.
Genozid und Tempel, Bestechung und Armut bestimmen die Geschichte und
das Leben in diesem ostasiatischen Land.
Die Khmer nehmen das alles mit der sprichwörtlichen asiatischen Gelassenheit, haben die Ärmel hochgekrempelt und bauen ihr Land wieder auf - und immer mit einem Lächeln auf den Lippen.



Thailand -  Das Disneyland Asiens

König Bhumipol Adulyadej von Thailand ist das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. 
Seit 1946 ist der Monarch als Rama IX. im Amt und wird von seinem Volk verehrt, wie kaum ein anderer 
König auf der Welt. Er hat das moderne Thailand maßgeblich mitgestaltet und steht doch für den Erhalt der Jahrtausende alten thailändischen Kultur.
Von Bangkok bis Krabi finden sich Kontraste wie in keinem anderen ostasiatischen Land.



 

Charly's Boomtown - Vietnam

Die Sozialistische Republik Vietnam scheint eine der letzten Bastionen des Kommunismus zu sein. Tatsächlich aber entwickelt sich die kapitalistische Wirtschaft dieses Landes schneller als in jedem anderen ostasiatischen Land.
Trotz aller Moderne begleitet den Reisenden der Symbolismus vergangener politischer Regime, nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land. Die Spuren des Vietnamkrieges gegen die Amerikaner werden sorgsam konserviert und auch 30 Jahre nach dessen  Ende ideologisch an die Jugend vermittelt.


Die Eindrücke auf der Reise von der kambodschanischen Grenze durch das Mekong-Delta bis nach Saigon sind eine Reminiszenz an den Krieg und an eine Gesellschaft, die sich weigert, ihre kommunistische Staatsform zur Kenntnis zu nehmen, weil sie damit beschäftigt ist, Geld zu verdienen.





 

Monte Carlo - Seeräuberfelsen an der Cote d'Azur

Monaco - welch klangvoller Name. Was für ein Geld und was für herrliche Skandale. Doch Monaco ist ruhiger geworden, älter und baufälliger.
Der Premium-Jetset treibt sich heute auch eher woanders herum. Klar, wer möchte schon für 3 Millionen in einem 35 m² Altbau-Flat der Steuer entgehen.
Da lebt es sich in der Karibik bedeutend angenehmer und nicht weniger steuersparend.

 



 

Asian Markets

Asiatische Märkte haben eine geheimnisvolle Atmosphäre. Meist herrscht drangvolle Enge und die Läden sind übervoll mit den Waren, welche die Händler anpreisen. Trotz der eifrigen Betriebsamkeit herrscht aber ein entspanntes, freundschaftliches  Klima unter den Menschen. Von Fisch über Porzellan und Kleidungsstücke bis zu Fahrradketten und nachgemachten Rolexuhren kann man auf diesen Märkten wirklich alles bekommen.

Alles?

Ja. Wirklich alles. 





 

St. Petersburg - die geheime Kulturmetropole

St. Petersburg ist die Kulturmetropole Russlands. Sie zeigt Kunstschätze wie kaum eine andere europäische Stadt.
Das Zarendorf mit dem Bernsteinzimmer und die Erlöserkirche setzen kulturelle Highlights, welche die wirtschaftliche Bedeutung und die politische Macht des russischen Zarenreiches veranschaulichen.
Ein Besuch in der Eremitage und dem Staatlichen Russischen Museum macht klar, warum es zur Oktoberrevolution kommen musste.
Schwarze Kleidung, schwere Autos und Polizeitruppen dominieren die Wahrnehmung des Passanten auf den Straßen von St. Petersburg. Aber außer dass der russische Zar heute einen bürgerlichen Namen trägt, hat sich in St. Petersburg seit dem 19ten Jahrhundert eigentlich nichts geändert.





 

Rom - Stadt der Widersprüche

Palazzos, Tempel und Ruinen - so oder ähnlich ist der erste oberflächliche Eindruck, den der Besucher von Rom erhält. Erst während seines Aufenthaltes bemerkt er nach und nach die Widersprüche und Kontraste im täglichen Leben und wie die Römer sich damit arrangiert haben.

Eines ist aber ganz sicher: Rom ist wirklich die ewige Stadt und wird es immer bleiben.





 

Schwimmende Juwelen in Japan - Sakai Fish Farm

Japanische Farbkarpfen - sogenannte Koi - erfreuen sich auch in Europa immer größerer Beliebtheit.
Dabei werden sie zu solch horrenden Preisen gehandelt, dass dem unvoreingenommenen Betrachter dabei nur schwindelig werden kann.
Das Geheimnis dieser Tiere und wohl auch deren Preis, liegt in der Schwierigkeit begründet, aus den Millionen von Nachkommen eines Jahrgangs die wenigen einhundert Fische herauszusuchen, die einem der genau definierten japanischen Koi-Standards möglichst nahe kommen.


Einer, der diese Aufgabe perfekt beherrschte, war Hiroji Sakai. Kein Züchter hat soviele Grand Champions gezogen wie der vor kurzem verstorbene Präsident der größten Koifarm der Welt, der Sakai Fish Farm in Hiroshima.





 

Japan - Mikrochips und aufgehende Sonnen

Land der aufgehenden Sonne und des Sushi. Mikrochips und Moderne bestimmen heute das tägliche Leben der Japaner. Aber es gibt es noch - das klassische Japan.
Bisweilen ist es fein verborgen und dennoch voller Traditionen, die den westlichen Besucher oftmals wegen ihrer Direktheit überraschen.
Einige Impressionen aus einem Land, das uns Europäern immer verschlossen bleiben wird.


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